Hans-Nüchter-Sternwarte, Fulda Fördergemeinschaft Volks- und Schulsternwarte Fulda e.V.
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Hans-Nüchter-Sternwarte

Chronik der Hans-Nüchter-Sternwarte

Vor dem zweiten Weltkrieg wurden auf dem Turm des Stadtschlosses in Fulda astronomische Beobachtungen von Lehrern und Schülern der damaligen Oberrealschule ausgeführt. Um diese Arbeiten fortzusetzen wurde im Jahre 1971 auf dem Erweiterungsbau der Freiherr-vom-Stein-Schule eine Beobachtungsstation errichtet. Die Stadt Fulda konnte - als Schulträger - dieses Vorhaben nur durch die wesentliche Hilfe der Mitglieder der Fördergemeinschaft Volks- und Schulsternwarte e.V. verwirklichen. Diese Fördergemeinschaft wurde auf die Initiativen von Hans Nüchter (Stadtbaurat), Dr. Walter Kups (Oberschulrat), Toni Amberg (Elternbeirat), Eugen Klug (Studiendirektor), Karl Mäthrich (Studiendirektor) und Edgar Zimmerer (Oberstudienrat) im Herbst 1970 ins Leben gerufen.
In den Jahren 1972 und 1973 wurde dann die drehbare Beobachtungskuppel in Eigenleistung hergestellt. Auch viele weitere Geräte und Einrichtungsgegenstände sind "Marke Eigenbau" und konnten nur mit der Hilfe von vielen Schülern, Privatpersonen und auch Firmen hergestellt werden.

Die weitere Geschichte der HNS ereignete sich folgendermaßen:

1977

Am 22. April wird die Sternwarte im Rahmen einer Feierstunde offiziell eingeweiht. Sie erhält den Namen "Hans-Nüchter-Sternwarte".

1978

Mit der Beobachtung der Mondfinsternis im September beginnt die Öffentlichkeitsarbeit durch Beobachtungsabende und Vorträge an der neuen Sternwarte.
Durch Initiative von Frau Schwiesow und Herrn Schirmer wird die Arbeit der Arbeitsgruppe Astronomie im Verein für Naturkunde in Osthessen wieder stärker belebt.

1979

Beginn der regelmäßigen Vortragsreihen im Rahmen des Programms der Volkshochschule (VHS) der Stadt Fulda (bereits vorher gab es Vorträge in Zusammenarbeit mit der Fördergemeinschaft).
Der Schüler Stefan Zeisler gründet die AG Astronomie im Rahmen der "Arbeitsgemeinschaft Astronomie und Astronautik".
Eine erste Exkursion zum Radioteleskop nach Effelsberg wird durchgeführt.

1980

Der "GANYMED", das 2x jährlich herausgegebene Zirkular, erscheint zum ersten Mal. An der Herstellung maßgeblich beteiligt sind Frau Schwiesow und die Schüler Stefan Zeisler, Markus Ruppel und Horst Straka. Letzterer zeichnet auch das "Maskottchen GANYMED", welches lange Zeit das Titelbild ziert.
Exkursion zum Planetarium Stuttgart unter der Leitung von Hella Schwiesow.

1981

Zweitägige Exkursion ins Nördlinger Ries und Steinheimer Becken unter der Leitung von Hella Schwiesow und Herrn Auth.
Im März verstirbt Herr Prof. Dr. Krüpe, Gründungsmitglied der Fördergemeinschaft.

1982

"GANYMED Spezial" erscheint, eine Heftreihe, in der Vorträge und Unterrichtsmaterialien dem interessierten Leser dargeboten werden. In dieser Reihe erscheinen 12 Bände.
In einigen VHS-Vorträgen wird das Tonband verstärkt eingesetzt - Multimedia in der Urform.
Mitglieder der Sternwarte halten VHS-Vorträge in Bad Hersfeld.
Im September verstirbt OstR Hans-Joachim Dietrich, Vorstandmitglied der Fördergemeinschaft.

1983

Rolf Baumann und Horst Straka bauen Schränke zur Aufbewahrung der Fernrohre im Kuppelbau.
Eine intensive Sonnenbeobachtung (über 140 Tage!) wird durchgeführt.
Ein von Gerd Habersack gebautes Kleinprojektionsplanetarium bewährt sich im Einsatz.
Auf dem Titelblatt des "GANYMED 2/83" sieht man eine (damalige) Vision: Ein "richtiges" Planetarium...

1984

Hypersensibilisierung von Filmen wird dank einer selbst gebauten Überdruckkammer (von Stefan Zeisler) möglich.
Herr Klug und Herr Habersack planen und überprüfen die Realisierung des Planetariums, das heute in einem Raum unterhalb der Sternwarte zu finden ist; Schrittmotoren hierfür werden von der Fördergemeinschaft erworben.
Unter der Telefonnummer 10 23 19 wird die Aktion "Astronomie per Telefon" mit sehr großem Erfolg durchgeführt.

1985

Das Hauptrohr in der Kuppel wird überholt, und der Komet Halley wird beobachtet.
Während die Vorbereitungen zum Bau des Kleinplanetariums in der Schule (heute "Schulplanetarium" genannt) voranschreiten, gibt es erste Überlegungen zum Bau eines Planetariums im neu zu errichtenden Vonderau-Museum.

1986

Am 16.Juni besuchen der Oberbürgermeister der Stadt Fulda, Herr Dr. Hamberger, und einige Magistratsmitglieder die Sternwarte.
Vorschläge für den Bau des Planetariums im Vonderau-Museum werden in die Planung des Magistrats der Stadt Fulda aufgenommen; im "GANYMED 2/86" erscheint dazu ein umfangreicher Artikel.
Erneute Exkursion ins Nördlinger Ries.
Die Totale Mondfinsternis am 17.10. ist eine der bis dahin wenigen, die man aufgrund des Wetters von der Sternwarte aus beobachten kann.

1987

Die HNS feiert ihren 10. Geburtstag mit mehreren Sonderaktivitäten; der "GANYMED" erscheint zum ersten Mal mit gedrucktem Cover und einem Sonderblatt mit ausgesuchten Fotografien:
Die "Milky-Way-News" sind der Versuch, die mittlerweile weit verstreuten Mitglieder über die verschiedenen Projekte an der Sternwarte auf dem Laufenden zu halten.
Nach mehreren Schwierigkeiten nehmen die Pläne zum Bau des Schulplanetariums konkrete Formen an.

1988

Das Schulplanetarium wird fertiggestellt.
Am 11.10. findet erstmals eine öffentliche Veranstaltung in diesem neuen Planetarium statt; die Vorführungen entwickeln sich gemeinsam mit den parallel laufenden Vorträgen "Wanderungen am Sternenhimmel" (später "Sternbild des Monats") zu einem Publikumsrenner mit zum Teil über einhundert Besuchern pro Veranstaltungstermin.

1989

Der "GANYMED" erscheint im 10. Jahrgang.
Am 23. Februar sind einige Mitglieder der Sternwarte zu Gast beim Oberbürgermeister der Stadt Fulda, Herrn Dr. Hamberger.
Eine Exkursion führt Mitglieder zu Sternwarte nach Calden, und eine weitere Gruppe begibt sich zu Vertragsverhandlungen und Präsentationen für den Planetariumsprojektor zur Firma Zeiss in die DDR nach Jena, Suhl und Tautenburg.
Im Dezember wird der Zeiss-Planetariumsprojektor ZKP-2 im Vonderau-Museum aufgestellt.

1990

Am 17. Mai wird das Planetarium im Vonderau-Museum als erstes öffentliches in Hessen im Rahmen einer Feierstunde eröffnet. Der Regelbetrieb wird aufgenommen.
Während des Hessentages in Fulda erlebt das Planetarium den ersten großen Besucheransturm; in diesem Jahr besuchen insgesamt über 4000 Besucher das neue Planetarium.
Im September findet die 3.Studienfahrt ins Nördlinger Ries und das Steinheimer Becken statt.

1991

Im April nehmen Mitglieder der Sternwarte zum ersten Mal an einer "Arbeitstagung Deutschsprachiger Planetarien" (ADP) in Halle teil, außerdem im Dezember am "Zweiten deutsch-deutschen Sternfreundetreffen".
Zwei neue Teleskope erweitern den "Gerätepark" der Sternwarte.

1992

Im November läuft die "Woche der Astronomie" anläßlich des 15jährigen Bestehens der HNS.

1993

Der inzwischen promovierte und in Kanada lebende Stefan Zeisler hält einen Kurzbesuch auf der Sternwarte ab.
Ende Oktober treffen sich in Fulda 40 Vertreter von Kleinplanetarien aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer "Arbeitstagung deutschsprachiger Kleinplanetarien". Die Zusammenarbeit dieser Planetarien wird als Folge dieser Tagung intensiviert.

1994

Das von mehreren Schülern gebaute Schutzhäuschen auf der Plattform wird seiner Bestimmung übergeben.
Alexander Colsmann baut ein Diadupliziergerät.
Die partiellen Sonnen- und Mondverfinsterungen können beobachtet und dokumentiert werden, ebenso der Einschlag zweier Kometenfragmente von Shoemaker-Levy-9 auf dem Jupiter.
Die Sternwarte beteiligt sich am Stadtjubiläum "1250 Jahre Fulda".
Im Dezember wird die CCD-Kamera angeliefert.

1995

Der "GANYMED" wird 15 Jahre alt.
Christoph Ketzler und Alexander Colsmann bauen Zusatzgeräte für das Planetarium; ein CD-Player wird den Ansprüchen des Planetariums angepaßt.
Die neue CCD-Kamera wird ausgiebig getestet.

1996

Der Komet Hyakutake wird beobachtet.
Ein Videoabspielgerät sowie ein LCD-Videoprojektor erweitern die technischen Möglichkeiten im Planetarium.
Insgesamt haben seit der Eröffnung 1990 über 70000 Menschen das Planetarium besucht.

1997

Der Komet Hale-Bopp wird beobachtet und die Gelegenheit zu verstärkter Öffentlichkeitsarbeit genutzt.
Im Oktober feiert die Sternwarte mit einem umfangreichen Programm ihren 20. Geburtstag. Zum Jubiläum hält Herr Dr. Übelacker einen Vortrag im Vortragssaal der Städtischen Sparkasse. Rudolf H. Herget spricht im Oktober auf der Sternwartenplattform in seinem poetischen Erzähltheater über Galileis Leben in Licht und Schatten.

1998

Die Arbeit auf der Sternwarte wird wieder einmal in einem mehrspaltigem Bericht in der Fuldaer Presse dargestellt.
Im August verstirbt im Alter von 88 Jahren der Namensgeber der Sternwarte Hans Nüchter. Als ehemaliger Stadtbaurat hatte er entscheidenden Anteil an der Realisierung der Sternwarte Anfang der Siebziger Jahre..

1999

Die Sonnenfinsternis ist das beherrschende Thema des Jahres. Die Sternwarte bietet eine Fahrt nach Stuttgart an, die reges Interesse findet, aber kein Wetterglück hat. Eine zweite kleinere Gruppe nutzt die Verbindungen zum Deutschen Museum zu Beobachtungen vom Turm des Deutschen Museums in München aus. Dieser Gruppe eröffnet sich in der entscheidenden Zeit eine passenden Wolkenlücke, sodass das Ereignis brilliant fotografisch festgehalten werden kann. Eine Sonnenfinsternis-Aufnahme der Münchner Gruppe ziert am nächsten Tag die Titelseite der Fuldaer Zeitung.
Zwei Vortragsabende mit Bildern aus München und Erlebnisberichten sind sehr gut besucht.
Aus Mitteln der Fördergemeinschaft wird ein weiterer Computerarbeitsplatz zur Bildbearbeitung eingerichtet, der u.a. Arbeiten mit Photoshop ermöglicht und einen Internetanschluß erhält.

2000

Im Mai wird das zehnjährige Bestehen des Planetariums im Vonderau Museum mit einem Tag der offenen Tür begangen. Gunnar Maus konzipiert hierfür ein Kurzprogramm von ca 15 Minuten Dauer. Rudolf H.Herget spricht zum Abschluß des Tages um 24 Uhr im Kulturkeller des Planetariums sein Programm DIE LUST ZU LIEBEN. Im kleinem Freilichttheater auf dem Schulgelände spricht Rudolf H.Herget ein weiteres Programm im August.
Im Planetarium im Vonderau Museum wird mit knapp über 17 000 Besuchern das beste Jahresergebnis erzielt.

2001

Die Planetenprojektoren zum Schulplanetarium werden im Berufsbildungszentrum fertiggestellt. Gleichzeitig beginnt Christoph Roth eine Neukonzeption der Computersteuerung mit Umstellung auf neue Prozessoren, sodass die neuen Projektoren noch nicht eingesetzt werden. Der Fixsternprojektor arbeitet weiterhin zur Zufriedenheit.

2002

Die Sternwarte wird 25 Jahre alt. Am 14. September 2002 findet ein großes Jubiläumsfest rund um die HNS statt.

wird fortgesetzt ...