Hans-Nüchter-Sternwarte, Fulda Fördergemeinschaft Volks- und Schulsternwarte Fulda e.V.
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Hans-Nüchter-Sternwarte

17. August 2017 Die Nächte der Sternschnuppen

Jährlich vom 17. Juli bis 24. August tauchen am nächtlichen Himmel besonders häufig Sternschnuppen auf. Sie sollten auch in diesem Jahr von Fulda aus wieder sehr schön zu beobachten sein, weil die zumeist etwas steinigen, gefrorenen Brocken aus dem Weltraum in einer hell leuchtenden Spur beim Flug durch die irdische Atmosphäre verglühen.

Jährlich wiederkehrend im Monat August und so auch in diesem Jahr zwischen dem 11. (Freitag) und 14. August 2017 (Montag) läßt sich eine besonders deutliche Zunahme des Sternschnuppenflugs feststellen, der vor allem vom Sternbild Perseus am östlichen Himmel auszugehen scheint - daher auch der Name: Perseiden.
Die Perseiden stellen den größten Sternschnuppenflug im Laufe eines Jahres dar. Höhepunkt ist in diesem Jahr in der Nacht des 12. August (Samstag auf Sonntag) - da können es durchaus 100 Sternschnuppen pro Stunde werden, die man mit bloßem Auge sehen kann. Vorhergesagt sind in einigen Wettermeldungen sogar bis zu 140 Sternschnuppen pro Stunde. In den letzten Jahren waren aber bei ähnlich hohen Vorhersagen zumeist deutlich weniger Sternschnuppen über Fulda zu sehen, durchschnittlich etwa um die 50-60 Sichtungen pro Stunde. In diesem Jahr wird allerdings unser Erdtrabant, der Mond, die Beobachtungen erheblich stören, vor allem der nicht so hellen Sternschnuppen. Der abnehmende, aber noch dreiviertel volle, Mond geht über Fulda um 23:03 Uhr (MESZ) auf und leuchtet damit die ganze Nacht über den Himmel stark aus.


Sternschnuppen über USA

Sternschnuppe der Perseiden am 12.8.2015 über West Virginia/USA © Bill Ingalls/NASA


Meteorerscheinungen sind allerdings nicht ausschließlich auf den Sommer begrenzt. Sobald es dunkel geworden ist, kann man das ganze Jahr über immer wieder Sternschnuppen beobachten. So sieht man beispielsweise im Oktober die Orioniden, Überreste des berühmten Halley´schen Kometen oder im Dezember die Geminiden. Bei einem Höhepunkt, der im Minuten- oder Halbminutentakt liegen kann, kann sich sogar ein regelrechter Meteorschauer entwickeln.
Die Perseiden waren bereits vor etwa 2000 Jahren in weiten Teilen Asiens bekannt. Auch hier in Europa kennt man sie schon recht lange, vor allem unter ihrem volkstümlichen Namen "Laurentiustränen", da sie regelmäßig zur Zeit des Namenstages des Heiligen Laurentius am 10. August auftraten. Trotz aller damit verbundener Schicksalsgläubigkeit oder Romantik, die eigentliche Herkunft der Perseiden ist schlicht und einfach ein Komet, der seinen Namen im Jahr 1862 nach seinen Entdeckern Lewis Swift und Horace Parnell Tuttle erhalten hat. Seine wissenschaftliche Bezeichnung lautet inzwischen: 109P/Swift-Tuttle. Heute weiß man, dass Kometen nichts anderes als "gefrorene Schmutzbälle" sind, die sich, wenn sie bei ihrem Umlauf in Sonnennähe kommen, langsam auflösen. Kreuzen sich die Bahn der Erde und des sich auflösenden Gas-, Staub- und Steinmaterials, also des Kometenschweifs, kommt es sozusagen zu einer Kollision - die Geschwindigkeiten liegen bei bis zu 200.000 km/h -, bei der das Material des Kometen in die Erdatmosphäre eindringt und dabei zu sogenannten Sternschnuppen verglüht. Dies geschieht bzw. beginnt überwiegend in Höhen um 80-50 Kilometer, in der sog. Mesosphäre. Mitunter verglüht dabei nicht alles Material, größere Teile oder gar große Brocken können dann als Meteorite auf der Erde einschlagen.
Wie jedes Kind weiß, darf man sich etwas wünschen, wenn man eine Sternschnuppe sieht. Bei der Anzahl von Sichtbarkeitschancen, besonders im August, können also durchaus viele himmlische Wünsche in Erfüllung gehen - man muß nur fest daran glauben. Es bleibt zu hoffen, dass sich zumindest der Wunsch eines klaren Sternenhimmels über Fulda erfüllt. Um das letzte Wochenende herum - dem diesjährigen Perseidenmaximum - zeigte sich allerdings der Himmel sehr bedeckt, z.T. verregnet. Unabhängig vom Wetter findet dazu am
Donnerstag, dem 17.8.2017, um 21:00 Uhr (MESZ)
ein Bild-Vortrag statt. Gezeigt werden auch einige Meteoritenfunde.
Referenten sind Rudolf Auth und Aloys König.